Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

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fritz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von fritz » 13. Dezember 2020, 20:33

MiD hat geschrieben:
12. Dezember 2020, 12:45
Ich werde das weiterverfolgen. Wichtig ist mir, dass ich die Anlagen bei Bedarf für Bau- oder Geschäftszwecke
ohne grössere Einbussen liquide machen
kann.
Genau da liegt der Hund begraben. Für den Aktienkauf solltest du nur verwenden, was du in den nächsten Jahren sicher nicht brauchen wirst. "One grössere Einbussen liquide zu machen" geht nicht so einfach.

Gruss
fritz
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Xeno
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von Xeno » 14. Dezember 2020, 21:31

fritz hat geschrieben:
13. Dezember 2020, 20:33
MiD hat geschrieben:
12. Dezember 2020, 12:45
Ich werde das weiterverfolgen. Wichtig ist mir, dass ich die Anlagen bei Bedarf für Bau- oder Geschäftszwecke
ohne grössere Einbussen liquide machen
kann.
Genau da liegt der Hund begraben. Für den Aktienkauf solltest du nur verwenden, was du in den nächsten Jahren sicher nicht brauchen wirst. "One grössere Einbussen liquide zu machen" geht nicht so einfach.

Gruss
fritz
Kurz und hart: Das funktioniert NICHT. Du machst Dich mit einer zu hohen Wahrscheinlichkeit unglücklich, wenn Du das machst. Die Statistik ist etwa so: Alle 10 Jahre kommt ein Crash, der die Kurse um etwa 40% knickt. Alle 100 Jahre kommt einer, der das um etwa 80% tut. Und dann?

Wenn Du das Geld kurzfristig ("auf Sicht") haben musst, kannst Du es nicht guten Gewissens in Aktien anlegen. Es gehen nur sehr liquide, hochwertige Obligationen (Staatsanleihen) oder Sichtkonten. Beide rentieren so richtig Scheisse. There is no way out.

Lg X.

MiD
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von MiD » 23. Dezember 2020, 14:30

Hallo fritz, hallo Xeno!

Danke für eure warnenden Hinweise.
Wie es scheint, sind mir die Hände gebunden.

Ich muss das Geld wohl "zinslos" auf dem Kontokorrent bereit halten,
um es für Planung und Bau kurzfristig abrufen zu können.
Es gibt für diesen Fall wohl keine Anlage-Form, mit einem Horizont von 1 bis 3 Jahren,
die rentieren könnte...

Zum besseren Verständnis hier eine Aufstellung verfügbarer Mittel, die allenfalls in der Immobilie aufgehen werden:

30 K Freizügigkeit (2.Säule)
20 K 3a-Konto von PostFinance
15 K Kontokorrent

PS:
Ich habe in einem Vortrag von Futures und Optionen gehört, in welche man mit kurzfristigem Horizont anlegen kann.
Ich bezweifle jedoch, ob meine finanziellen Möglichkeiten und Know How hier einen Einstieg erlauben...

Anderes Szenario: In 3a von z.B. VIAC mit einem höheren Aktienanteil (40%) anlegen.
Das würde mir als Selbständig-Erwerbenden zusätzlich einen Steuervorteil bringen.
Bei Bedarf sollte ich die 3. Säule für die Bautätigkeit beziehen können.
Was hält ihr von meiner Idee. Kann das funktionieren? Liege ich damit richtig?

Gruss
MiD

fritz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von fritz » 23. Dezember 2020, 14:55

Bei Futures und Optionen kann man dank Hebelwirkung auch mit kleineren Beträgen handeln, ist aber um einiges schwieriger als der Aktienhandel. Das heisst, man sollte zuerst verstehen, wie sich Aktien verhalten, bevor man mit Optionen beginnt.

Beim 3a-Konto habe ich die sicherste Variante mit reinem Sparguthaben gewählt, weil ich schon bei meinen Aktienanlagen ein grosses Risiko fahre.

Grundsätzlich ist es langfristig interessanter Varianten mit Aktienanteil zu wählen (aber auch risikoreicher), wenn das dann nur nicht wieder solch teure aktiv gemänätschte Produkte wären.

Zuerst solltest du wahrscheinlich abklären, ob du nicht ein paar deiner Lebensversicherungen wieder loswerden kannst. Ich wundere immer noch, wie man es auf bis zu drei Lebensversicherungen schafft.
Da bin ich meinen Eltern sehr dankbar, die haben mich schon als Kind gewarnt: "Nimm dich in Acht vor bösen Fremden, die dir etwas versprechen; wenn du 14 bist, pass auf vor den Mädchen, die dir an die Hose wollen; und sobald du 16 bist, lass dich nicht von bösen Menschen zu einer Lebensversicherung überreden."
Aber das nützt dir jetzt leider auch nichts mehr.

Gruss
fritz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von MiD » 28. Dezember 2020, 09:09

Danke fürs erneute Feedback, fritz

Um den Umgang mit Aktien, oder Optionen und Futures, verstehen zu lernen, brauche ich eine Einstiegshilfe.
Ich lese viel und belege Kurse und Vorlesungen, aber es fehlt die "Übung". Als Architekt bin ich es gewohnt,
Dinge praktisch anzugehen. Das gelingt mir in der Vermögensverwaltung und im Trading bisher nicht.
Kannst du mir eventuell aus deiner persönlichen Erfahrung ein paar Tipps geben?

Bzgl. 3a: Bedeutet "reines Sparguthaben", dass das 3a-Konto ausschliesslich "in Cash" veranlagt ist?
Ich bin dabei, ein 3a bei VIAC zu eröffnen. Sie werben damit:
Die VIAC Verwaltungsgebühr deckt sämtliche Kosten für Depot, Verwaltung und Transaktionen und beträgt 0.52% pro Jahr. Die Verwaltungsgebühr wird aber jeweils nur auf dem Teil des Vermögens belastet, den die Strategie in Aktien, Immobilien, Rohstoffe, …, investiert, nicht aber auf dem Teil des Vermögens, den die Strategie dem verzinsten Sparkonto zuweist. Dies hat zur Folge, dass Strategien mit einem höheren Cash-Anteil geringere Gesamtkosten haben.
Also fährst du mit deinem "Sparguthaben" günstig - verstehe ich richtig?

Ich frage mich derzeit, wie hoch der Betrag sein darf - oder „muss“ den ich ins 3a-Konto einzahle.
- Gibt es hierfür eine Vorgabe?
- Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich in 1 bis 2 Jahren Geld aus dem 3a-Konto benötige. Einerseits um „Pandemie-Ausfälle“ in meiner Selbständigkeit zu überbrücken, andererseits für den Erwerb von Wohneigentum. Welche Art von Veranlagung bei VIAC empfehlen Sie mir angesichts dieser Tatsachen?

Als Selbständig-Erwerbender ohne Anschluss an eine Pensionskasse ist es ja ratsam,
das „Vorsorge-Lochdurch ein 3a-Konto zu stopfen, sowie den Gewinn zu mindern (Steuersenkung).

Gibt es eine Faustregel, wieviel ins 3a eingezahlt werden kann o. soll?
Wieviel Prozent von "Erwerbseinkommen minus Lebenserhaltungskosten"?
Wahrscheinlich muss ich umrechnen, wieviel in die Vorsorge bezahlt würde, wenn ich angestellt und somit einer PK angeschlossen wäre.

Bzgl. meiner Bleikugel "Lebensversicherungen": Ich kann die erst dann sinnvoll loswerden, sobald der Rückkaufwert ähnlich gross ist wie das von mir einbezahlte Kapital. Ansonsten wird es ein Verlustgeschäft für mich. Bei einer meiner LV ist eine 85% GARANTIE drinnen. Will heissen, im "worst case" erhalte ich soviel vom Eingezahlten zurück...als Trostpflaster für einen schlechten Deal...

Zum Wahlspruch deiner Eltern kann ich nur hinzufügen: "Mir ist bisher zwar niemand AN DIE HOSEN gegangen
aber finanztechnisch ist so einiges IN DIE HOSEN gegangen.

Gruss
Michael

fritz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von fritz » 28. Dezember 2020, 09:34

MiD hat geschrieben:
28. Dezember 2020, 09:09
Also fährst du mit deinem "Sparguthaben" günstig - verstehe ich richtig?
Nein, im Moment gibt es da ja auch keine Zinsen. Nur weil ich meine "vierte Säule" schon risikoreich anlege, will ich bei der dritten nicht auch noch Risiko. Der einzige Vorteil gegenüber dem Sparkonto ist, dass ich den einbezahlten Betrag von der Einkommenssteuer abziehen kann.

Darum habe ich mich nie mit anderen Formen der dritten Säule beschäftigt.

Als Arbeitnehmer kann man da pro Jahr maximal einen bestimmten Betrag einzahlen, aktuell ist das etwas mehr als CHF 6800. Ob das für Selbständige auch so ist, weiss ich nicht.

Vom Beobachter gibt es ein gutes Buch mit vielen Tipps für Selbständige, die meisten allerdings, für den Schritt zur Selbständigkeit, den du ja schon hinter dir hast:

https://shop.beobachter.ch/buchshop/arb ... lbstaendig?

Gruss
frtz
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MiD
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von MiD » 28. Dezember 2020, 09:36

Einige Gedanken zum Jahresende:

Im vergangenen Jahr habe ich bemerkt,
dass ich mit zunehmendem Alter (ich bin Mitte 40) mehr und mehr Zeit in die Vermögensverwaltung stecke.
Viel davon kommt mir vor, dient nur dazu, um den Schaden zu begrenzen, den ich mir durch Unwissenheit selber eingebrockt habe. Z.B. Lebensversicherungen, Fehler beim e-Trading...
Die Anstrengungen, die ich in die Vermögensverwaltung investiere, sollten eigentlich auch einmal fruchten.
Das kenne ich aus meinem Garten, wo ja auch die regelmässige Arbeit durch Früchte belohnt werden.
Insgesamt stimmt mich der ganze Zauber um Börse, Aktien und Veranlagungen eher mies. Ich frage mich, ob dies wirklich für mich sinnvoll ist? Welcher Vorteil soll daraus langfristig entstehen? Oder ob es nicht gescheiter ist,
die Vermögensverwaltung denjenigen zu überlassen, deren tägliches Business das ist..?
Das einzige Mal, dass ich bisher ein Wachstum aus Veranlagungen bemerkt hätte, war bei einem Fonds-Investment bei einer Bnk. Dieses ist Innert 5 Jahren um 30% gestiegen. D.h. ich habe von meinen eingezahlten 100% schlussendlich einen Betrag von 130% rausbekommen. Dieses Geld habe ich vor ca. 5 Jahren in den Ankauf von Immobilienteilen meines Elternhauses investiert.
Damals habe ich alles der Bank überlassen und lediglich einen Dauerauftrag für regelmässige Einzahlungen in diesen Fonds bewilligt...
Unterdessen bin ich selber viel aktiver in meiner Vermögensverwaltung und versuche selbst Hand anzulegen,
handle mir dadurch scheinbar aber mehr Troubles ein, als Vorteile...Ob ich diese Zeit und Energie nicht besser in meinen eigentlichen Beruf investiere?

Wie seht ihr das persönliche Verhältnis von Aufwand - Rendite unter den oben beschriebenen Gesichtspunkten?

dennoch
happy new year!

fritz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von fritz » 28. Dezember 2020, 11:02

Die meisten von uns haben Freude am traden, bei Gewinnen mehr als bei Verlusten. Aber das aktive Traden braucht viel Zeit und Nerven. Wenn diese Freude fehlt, würde ich das nicht machen. Die meisten Kleintrader verlieren mehr Geld als sie gewinnen, daher ist gewünschter Vermögenszuwachs als einzige Motivation zu wenig.

Wenn du keine Zeit investieren willst, dann würde ich nur einen Betrag, den du in den folgenden Jahren sicher nicht brauchen wirst, in ETFs investieren, ohne den Markt täglich zu beobachten. In diesem Fall wohl am besten ETFs mit Dividende, so hast du wenigstens ein Mal pro Jahr ein kleines Erfolgserlebnis. Sonst bin ich eigentlich kein Freund von Dividenden, aber in diesem Fall schon.

Gruss
frtz
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von Xeno » 28. Dezember 2020, 23:43

fritz hat geschrieben:
28. Dezember 2020, 11:02
Die meisten von uns haben Freude am traden, bei Gewinnen mehr als bei Verlusten. Aber das aktive Traden braucht viel Zeit und Nerven. Wenn diese Freude fehlt, würde ich das nicht machen. Die meisten Kleintrader verlieren mehr Geld als sie gewinnen, daher ist gewünschter Vermögenszuwachs als einzige Motivation zu wenig.

Wenn du keine Zeit investieren willst, dann würde ich nur einen Betrag, den du in den folgenden Jahren sicher nicht brauchen wirst, in ETFs investieren, ohne den Markt täglich zu beobachten. In diesem Fall wohl am besten ETFs mit Dividende, so hast du wenigstens ein Mal pro Jahr ein kleines Erfolgserlebnis. Sonst bin ich eigentlich kein Freund von Dividenden, aber in diesem Fall schon.

Gruss
frtz
Unterschreibe ich alles.

Lg X.

MiD
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Re: Aller Anfang ist schwer - meiner aber aussichtslos :-(

Beitrag von MiD » 9. Januar 2021, 17:21

Hallo fritz
Danke fürs erneute Feedback.
Schon klar, es braucht Leidenschaft, wenn das etwas werden soll mit meinem Trading.
Ich sehe, dass meine Bürokollegin innerhalb 1 Monat in Roboadvisors von Yova und True Wealth investiert hat.
In einem Seminar, das 1000 CHF im Jahr kostet, wird sie aktuell gecoacht und legt sofort los.
Ich hingegen habe ganze 2 Jahre mit Recherchen verbracht und dann einen E-Tradning-Start +/- im Blindflug hingelegt.
Vielleicht muss man doch das Geld für die Vermögensberatung ausgeben...?

Ich greife auf jeden Fall deinen Ratschlag mit den ETFs auf. Im Screenshot im Anhang siehst du meine Positionen.
Wie finde ich heraus, welche von diesen eine Dividende hat?
Respektive: Wie erkenne ich, in welche meiner Positionen ich aufstocken kann, oder aber welche ich besser verkaufe?

PS: Ich möchte nochmal nachhaken bzgl meiner LVs. Kennst du eine Möglichkeit, diese ohne zu grosse Verluste loszuwerden?
Meine Bank hat mir geraten, die LVs als Pfand für einen Baukredit einzusetzen. Dann würde ich sozusagen mit den LV-Raten das Darlehen tilgen. ist das in deinen Augen sinnvoll?

Gruss MiD
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